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Ich würde dir sagen

Sagen, dass ich mir manchmal mit beiden Händen die Decke über den Kopf ziehe, Musik anmache und so laut aufdrehe bis sie all meine Gefühle, all meine Gedanken aus meinem Kopf hinaus gedrängt hat und ich nur noch das Pochen meines Herzens im Rhythmus der Musik spüre.

Sagen, dass die Welt sich zu schnell dreht und mir manchmal ganz schwindelig davon wird. So schwindelig, dass mir beinahe schlecht ist und ich mich übergeben möchte.

Sagen, dass es nicht viele Dinge gibt, die schöner sind, als nachts betrunken zu lauter Elektromusik zu tanzen, während ein warmer Sommerregen auf dich niederprasselt und sich alles Sein für einen flüchtigen Moment vermischt.

Sagen, dass ich Pfeffer mag, aber nur aus ganzen Körnern frisch gemahlen, weil ich es einfach demütigend finde, Dinge so lange zu zerkleinern, bis sogar ihre Konsistenz die eigene Herkunft leugnet.

Sagen, dass Times New Roman die Schriftart des Teufels ist und und ich damit nicht mal Gott einem Brief schreiben würde, ohne mir metaphorisch die Feder ins Herz rammen zu wollen.

So vieles würde ich dir sagen

Sagen, dass ich mein Mobiltelefon mag, weil der Akku so wahnsinnig lange hält, weil mir Menschen suspekt sind, die sich gierig und verzweifelt von Steckdose zu Steckdose durch den Tag hangeln.

Sagen, dass ich manchmal mit dem Auto falsch herum durch Einbahnstraßen fahre. Einfach weil ich es kann.

Sagen, dass ich wahnsinnig gerne bade, es trotzdem kaum 5 Minuten in der Wanne aushalte, weil ich direkt immer vor Hitze innerlich verbrenne.

So unendlich vieles würde ich dir sagen.

Aber eigentlich will ich damit nur sagen.

Dass ich bei dir sein will, weil deine Gegenwart meine Welt zu einem besseren Ort macht.

Dass keine Sekunde verschwendet ist, die ich in deiner Nähe verbringen kann, weil ich in deiner Nähe ich sein kann und du in meiner Nähe du.

Ich würde dir sagen, dass es schön ist, mit dir ein zu schlafen, als wären alle Ängste, alle Sorgen für einen kurzen Moment nicht mehr existent.

Ich würde dir sagen, dass ich wahnsinnig gerne mit dir die ganze Nacht telefoniere, weil es soviel schöner ist als zu schlafen.

Ich würde dir sagen, dass ich mich nicht an deinem Atem satthören kann.

Vielleicht würde ich erwähnen, dass es nichts Größeres gibt, als zu beobachten, wie du deine Nase schlafend am Kissen reibst, wie dein Körper im Schlaf zuckt, als würdest du alle Sorgen der Welt von dir schütteln und wie du im Bruchteil eines Wimpernschlages einschlafen kannst, als hättest du seit Tagen nicht mehr geschlafen.

Aber ganz sicher würde ich dir sagen, wie sehr ich es liebe in deine Augen zu schauen, die einfach keine Ruhe zu finden scheinen. Diese Augen, die manchmal vor unendlicher Traurigkeit wie ein Gebirgssee in der Abendsonne funkeln. Diese Augen, in denen ich mich zu verlieren drohe.

Und das immer wieder aufs Neue.

Dann würde ich dir sagen, dass ich dich gerne küsse, weil die Welt für einen Moment still zu stehen scheint.

Ich mag deine spießige Seite – aber das würde ich dir nicht sagen.

Dafür würde ich dir vielleicht sagen, dass ich deinen Humor mag. Dein Lachen. Sogar dein Weinen, selbst wenn es mir das Herz bricht.

Ich würde dir sagen, dass ich mir gerne Sorgen um dich mache, obwohl ich weiß, dass du selbst auf dich aufpassen kannst. Wahrscheinlich besser, als ich es bei mir kann. Und trotzdem.

Ich würde dir sagen, dass ich dir blind vertraue, mein Leben in deine Hände legen würde, weil ich weiß, es gibt keine besseren.

Ich würde erwähnen, dass du der erste Gedanke bist, der mich morgens in den Tag begleitet und der Letzte, der mich nachts in den Schlaf huschen lässt. Und hin und wieder auch jeder Gedanke dazwischen.

Ich würde dir sagen, dass ich gerne für dich da bin, um die halbe Welt reisen würde, nur um dir beizustehen, wenn es möglich ist. Erst recht, wenn es unmöglich ist. Oder fernzubleiben, wenn es nötig ist.

Ich rede gerne mit dir. Ich schweige gerne mit dir. Aber am wichtigsten ist, und das würde ich dir als erstes sagen, dass du mich zu einem besseren Menschen machst.

Vor allem aber würde ich dir sagen, dass du mich sprachlos machst. Jeden Tag, zu jeder Stunde, in jeder Minute, während jeder Sekunde.

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