Kategorie: tagesform

Die Wiederentdeckung der Handschrift

Ich sitze an der Elbe, ein winziges gerade einmal 159-Seiten-umfassendes Taschenbuch dient mir als Schreibunterlage und der Wind peitscht teilweise doch recht eisige Böhen um meinen optimistisch textilarm bekleideten Körper.

Soviel zu meiner Verteidigung. Nicht, dass ich mich verteidigen müsste, wer schreibt heutzutage überhaupt noch Briefe, den man nicht direkt als politisch suspekt, sozial vereinsamt oder emotional gebrandmarkt bezeichnen will. Also bitteschön: Schublade auf, Briefeschreiber rein, Schublade zu. Vor ein paar Tagen habe ich es dennoch gewagt, einen Brief zu schreiben. Mit der Hand! Ja, ich gehöre noch zu jener Generation, die Briefe bekommen und geschrieben haben. Ich besitze Unmengen von Briefen. Kistenweise. Selbst wenn ich mich nicht traue, sie heraus zu holen, um zu erforschen, welcher Wahnsinn mich geritten hatte und welcher Dämon damals meine Handschrift lenkte.

Wie dem auch sei. Locker einen Brief zu schreiben, sollte sich kurzerhand als durchaus ambitioniertes Projekt herausstellen. Ebenso hätte ich mir vornehmen können, ein Auto zu reparieren, deutsche Krimis spannend zu finden, zum Mond zu fliegen oder die europäische Finanzpolitik zu verstehen. Nicht, dass ich das nicht versucht hätte. Read More

Scheitelpunkt

Das Leben ist zurzeit nicht gerade einfach, Herz und Hirn liefern sich einen erbitterten Kampf, von der frühen Morgenstunde bis tief in die Nacht. Ein Kampf, wie er epischer nicht sein könnte. Es ist einer jener Scheitelpunkte im Leben, bei denen man auf die vermeintlichen Scherben der eigenen Existenz blickt und orientierungslos, verloren und allein nach einem Fixpunkt am Horizont sucht. Nur es gibt keinen Fixpunkt. Kein Leuchtturm, der einem den Weg weist. Keine Stimme, die einen leitet. Nur Dunkelheit. Was soll ich sagen, das Leben, mein Leben, ist zurzeit nicht gerade einfach. Aber ist es das jemals?

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Kleine Dinge…

Ich erinnere mich nicht an den Zeitpunkt als die Suche begann. Als die Ruhelosigkeit in mir zum Leben erwachte, die Ungeduld mich packte und sich tausende kleiner Fragen in mein Bewusstsein bohrten. Ich weiß nicht mehr, ob damals die Sonne schien, ein Herbstwind wehte, es schneite oder schwere Wolken den bevorstehenden Regen ankündigten. Ich erinnere mich nicht an den Zeitpunkt, vielleicht weil er nie wirklich existierte, aber seither bin ich auf der Suche.

Schaue ich zurück, dann lache ich über mich selbst und ohrfeige mich. Rein provisorisch zweimal. Besser direkt dreimal.

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Ich wünschte, ich könnte weinen.

(Die Vorgabe: Einen Text, der die Worte „Ich glaube nicht, dass ich das will, aber ich denke, ich nehm das. Weil es besser ist, als gar kein Gefühl“ beinhaltet. Bitteschön! Und den Ursprung des ganzen findet ihr in diesem wunderschönen Blog!)

Ich wünschte, ich könnte weinen. Weinen und schreien, schreien und weinen. Mit den Händen auf den nackten Boden schlagend, so doll, dass mir der Rotz aus der Nase läuft, die Tränen über beide Wangen kleine Rinnsale bilden, um sich unterm Kinn wieder vereint in die Tiefe zu stürzen. So heillos, dass die Welt in einem Umhang aus Schmerz verschwimmt. Read More

Eine Sehrkurzgeschichte in 3 Akten

Prolog

„Ein epischer Moment, Blut rinnt den Schrank herunter. Es ist beinahe unwirklich rot. Welch schöner Farbton.“ Stopp. Gedanken, konzentriert euch, Zeit für ein wenig mehr Fokus, auf die aktuelle Geschehnisse. „Die Sonne geht auf. Wie schön. Die frische Morgenluft fühlt sich gut an in den Lungen. Ist das wirklich ein Falke dort über den Dächern Hamburgs?“ Read More

Ich

Wer ich bin?

Ich bin ich!

Aber manchmal auch nicht

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