Kategorie: nicht da

Tag 2

Tag 2 – 5. Noch immer zucke ich zusammen, wenn das Telefon klingelt. Noch immer denke ich, ob sie es vielleicht ist. Ist sie natürlich nicht. Okay, eine SMS hat sie mir geschrieben, die ich unbeantwortet ließ. Natürlich nur in der realen Welt, in meinem Kopf habe ich mindestens 10.000 Antworten formuliert. In Filmen würde die Hauptperson nun einen Whiskey in irgend einer heruntergekommenen Bar schlürfen. Oder es würden Erinnerungen eingeblendet, wie man glücklich Hand in Hand und in Zeitlupe über eine blumenüberflutete Wiese läuft. Der Film würde nun die ganze Latte billiger Klischees abspulen, untermalt von schnulziger Musik, die einem unaufhaltsam die Tränen in die Augen treibt. Read More

Tag 1

Tag 1 nach dem Lebewohl-sagen. Der Vernunftsentscheidung. Der kampflosen Aufgabe. Keine Tränen, kein Geschrei, kein Nichts. Ein kurzer Anruf mit mehr Schweigen als Reden, das war´s, Ende, Aus, Bye-Bye und Ciao. Read More

Atemzug

Nur einen Wimpernschlag später waren alle Pläne und alle Visionen für die Zukunft zu einer unveränderlichen Vergangenheit geworden. Nur ein Atemzug hatte es gedauert als die Hoffnung in sich zusammensank und nichts als eine gähnende Leere hinterließ. Das Glück war einfach und rein und allgegenwertig. Jede Sekunde ein Geschenk. Ein kleines Geschenk, wieder und immer wieder. Vom ersten Sonnentrahl bis zum letzten Schimmern des Mondes. Ein Geschenk wie ein nie endendes Feuerwerk.

Und auf einmal war es vorbei. Vom Glück blieb nur eine Erinnerung und der Duft der sich in den Wochen und Monaten in jede Ecke gelegt hatte und in die winzigsten Nischen gekrochen war. Das Glück war fort, aber man konnte es noch riechen. Man konnte es noch spüren, wenn man tief und langsam einatmete. Nur das es diesmal wehtat. Ein kleines Stechen, nur ein winziges Stechen irgendwo im Brustkorb, kaum spürbar aber immerda und ohne unterlass pulsierend. Wie Nadelstiche so fein und wie die Liebe so dauerhaft.

Vom Glück blieb nur eine Ahnung. Von den Träumen nur Splitter. Read More

Ich würde dir sagen

Sagen, dass ich mir manchmal mit beiden Händen die Decke über den Kopf ziehe, Musik anmache und so laut aufdrehe bis sie all meine Gefühle, all meine Gedanken aus meinem Kopf hinaus gedrängt hat und ich nur noch das Pochen meines Herzens im Rhythmus der Musik spüre.

Sagen, dass die Welt sich zu schnell dreht und mir manchmal ganz schwindelig davon wird. So schwindelig, dass mir beinahe schlecht ist und ich mich übergeben möchte.

Read More

Zahnbürste

Ihre Zahnbürste lag noch immer genauso dort auf dem Waschbecken wie sie sie gelassen hatte, als sie gegangen war. Als sie mit Tränen in den Augen wortlos gegangen war, weil keine Worte dieser Welt in diesem Moment auch nur hätten annähernd skizzieren können, was nicht einmal richtig in ihrem Herzen klar war. Also ging sie, sagte kein Wort, weinte nicht und richtete kein Blick zurück an jenen Morgen, an dem sie ihre Zahnbürste links neben der Armatur liegen gelassen hatte. Read More

Loading...
X