Kategorie: lebensleiter

Langer Abschied (1/2)

Es geht dem Ende entgegen. In dir ist kaum noch Leben. Ich lege meinen Kopf auf deinen Körper und fahre mit der Hand durch dein Fell. Ich weiß, du verstehst nicht, was ich sage und dennoch flüstere ich dir zu, dass alles gut wird, dass du kämpfen musst, dass du mich nicht alleine lassen darfst.  Read More

Wut

Warum müssen Menschen stets analysieren, was schief gelaufen ist und was nicht. Warum bei allem, was sie tun, ein Resümee ziehen. Warum binden sich Menschen diesen Ballast auf die Seele, wissen zu wollen. Verstehen zu wollen. Vielleicht, weil sie sich einbilden beim nächsten Mal alles besser machen zu können? Vielleicht, weil sie nicht wissen, was sie sonst machen sollen? Oder vielleicht, weil sie sich der Illusion hingeben, dass sie aus ihren Fehlern lernen. Was durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Aber mal Hand aufs Herz und ganz unter uns:

Menschen machen gerne zweimal den selben Fehler. Bestenfalls anlässlich der Vorstellung, es beim zweiten Mal auf  j-e-d-e-n  Fall besser machen zu werden.

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Atemzug

Nur einen Wimpernschlag später waren alle Pläne und alle Visionen für die Zukunft zu einer unveränderlichen Vergangenheit geworden. Nur ein Atemzug hatte es gedauert als die Hoffnung in sich zusammensank und nichts als eine gähnende Leere hinterließ. Das Glück war einfach und rein und allgegenwertig. Jede Sekunde ein Geschenk. Ein kleines Geschenk, wieder und immer wieder. Vom ersten Sonnentrahl bis zum letzten Schimmern des Mondes. Ein Geschenk wie ein nie endendes Feuerwerk.

Und auf einmal war es vorbei. Vom Glück blieb nur eine Erinnerung und der Duft der sich in den Wochen und Monaten in jede Ecke gelegt hatte und in die winzigsten Nischen gekrochen war. Das Glück war fort, aber man konnte es noch riechen. Man konnte es noch spüren, wenn man tief und langsam einatmete. Nur das es diesmal wehtat. Ein kleines Stechen, nur ein winziges Stechen irgendwo im Brustkorb, kaum spürbar aber immerda und ohne unterlass pulsierend. Wie Nadelstiche so fein und wie die Liebe so dauerhaft.

Vom Glück blieb nur eine Ahnung. Von den Träumen nur Splitter. Read More

-augenblick-

Scheitelpunkt

Das Leben ist zurzeit nicht gerade einfach, Herz und Hirn liefern sich einen erbitterten Kampf, von der frühen Morgenstunde bis tief in die Nacht. Ein Kampf, wie er epischer nicht sein könnte. Es ist einer jener Scheitelpunkte im Leben, bei denen man auf die vermeintlichen Scherben der eigenen Existenz blickt und orientierungslos, verloren und allein nach einem Fixpunkt am Horizont sucht. Nur es gibt keinen Fixpunkt. Kein Leuchtturm, der einem den Weg weist. Keine Stimme, die einen leitet. Nur Dunkelheit. Was soll ich sagen, das Leben, mein Leben, ist zurzeit nicht gerade einfach. Aber ist es das jemals?

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Angekommen I

Da waren sie also. Angekommen. Irgendwo und doch nirgends. „Angekommen ist ein komisches Wort”, dachte er. Er mochte komische Worte. Es hatte einen gebrochenen Klang nach Endgültigkeit während es gleichzeitig wenig entschlossen anmutete. Er erinnerte sich gar nicht daran, wann er losgegangen war, an jenen Zeitpunkt, der seiner Reise als Ausgangspunkt dienen sollte. Vielleicht war es schon zu lange her, vielleicht hatte er ihn schlicht vergessen oder verdrängt. Vielleicht war er nie aufgebrochen. Read More

Kleine Dinge…

Ich erinnere mich nicht an den Zeitpunkt als die Suche begann. Als die Ruhelosigkeit in mir zum Leben erwachte, die Ungeduld mich packte und sich tausende kleiner Fragen in mein Bewusstsein bohrten. Ich weiß nicht mehr, ob damals die Sonne schien, ein Herbstwind wehte, es schneite oder schwere Wolken den bevorstehenden Regen ankündigten. Ich erinnere mich nicht an den Zeitpunkt, vielleicht weil er nie wirklich existierte, aber seither bin ich auf der Suche.

Schaue ich zurück, dann lache ich über mich selbst und ohrfeige mich. Rein provisorisch zweimal. Besser direkt dreimal.

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