Kategorie: herzensangelegenheiten

Wut

Warum müssen Menschen stets analysieren, was schief gelaufen ist und was nicht. Warum bei allem, was sie tun, ein Resümee ziehen. Warum binden sich Menschen diesen Ballast auf die Seele, wissen zu wollen. Verstehen zu wollen. Vielleicht, weil sie sich einbilden beim nächsten Mal alles besser machen zu können? Vielleicht, weil sie nicht wissen, was sie sonst machen sollen? Oder vielleicht, weil sie sich der Illusion hingeben, dass sie aus ihren Fehlern lernen. Was durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Aber mal Hand aufs Herz und ganz unter uns:

Menschen machen gerne zweimal den selben Fehler. Bestenfalls anlässlich der Vorstellung, es beim zweiten Mal auf  j-e-d-e-n  Fall besser machen zu werden.

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Tag 2

Tag 2 – 5. Noch immer zucke ich zusammen, wenn das Telefon klingelt. Noch immer denke ich, ob sie es vielleicht ist. Ist sie natürlich nicht. Okay, eine SMS hat sie mir geschrieben, die ich unbeantwortet ließ. Natürlich nur in der realen Welt, in meinem Kopf habe ich mindestens 10.000 Antworten formuliert. In Filmen würde die Hauptperson nun einen Whiskey in irgend einer heruntergekommenen Bar schlürfen. Oder es würden Erinnerungen eingeblendet, wie man glücklich Hand in Hand und in Zeitlupe über eine blumenüberflutete Wiese läuft. Der Film würde nun die ganze Latte billiger Klischees abspulen, untermalt von schnulziger Musik, die einem unaufhaltsam die Tränen in die Augen treibt. Read More

Tag 1

Tag 1 nach dem Lebewohl-sagen. Der Vernunftsentscheidung. Der kampflosen Aufgabe. Keine Tränen, kein Geschrei, kein Nichts. Ein kurzer Anruf mit mehr Schweigen als Reden, das war´s, Ende, Aus, Bye-Bye und Ciao. Read More

Das Schwerste ist der Anfang

Der Anfang ist immer das Schwerste. Ich starre auf den blickenden Kursor, der über den leeren Zeilen auf dem Bildschirm thront und mir fallen die vorher so sauber und gründlich zu recht gelegten Worte partout nicht mehr ein. Fragmente und Halbsätze schwirren durch meinen Kopf, aber wie sehr ich mich auch anstrenge und konzentriere, so sehr ich es auch möchte, kein logisches Ganzes ist gewillt, sich aus den Einzelteilen zu erheben. Obwohl ich diese Worte den ganzen Tag in meinem Kopf habe, obwohl sie jedes Mal beim Einschlafen durch die Windungen meines Gehirnes spuken. Phrasen, Floskeln, Sätze, die immer und immer wieder vor meinem geistigen Auge aufblitzen und mir die Nachtstunden rauben. Nicht, dass da viel zu rauben wäre. Read More

Atemzug

Nur einen Wimpernschlag später waren alle Pläne und alle Visionen für die Zukunft zu einer unveränderlichen Vergangenheit geworden. Nur ein Atemzug hatte es gedauert als die Hoffnung in sich zusammensank und nichts als eine gähnende Leere hinterließ. Das Glück war einfach und rein und allgegenwertig. Jede Sekunde ein Geschenk. Ein kleines Geschenk, wieder und immer wieder. Vom ersten Sonnentrahl bis zum letzten Schimmern des Mondes. Ein Geschenk wie ein nie endendes Feuerwerk.

Und auf einmal war es vorbei. Vom Glück blieb nur eine Erinnerung und der Duft der sich in den Wochen und Monaten in jede Ecke gelegt hatte und in die winzigsten Nischen gekrochen war. Das Glück war fort, aber man konnte es noch riechen. Man konnte es noch spüren, wenn man tief und langsam einatmete. Nur das es diesmal wehtat. Ein kleines Stechen, nur ein winziges Stechen irgendwo im Brustkorb, kaum spürbar aber immerda und ohne unterlass pulsierend. Wie Nadelstiche so fein und wie die Liebe so dauerhaft.

Vom Glück blieb nur eine Ahnung. Von den Träumen nur Splitter. Read More

Schweigen

Manchmal ist nicht das Schweigen das Schlimmste, sondern die Erkenntnis, dass man sich nichts mehr zu sagen hat.

Ich würde dir sagen

Sagen, dass ich mir manchmal mit beiden Händen die Decke über den Kopf ziehe, Musik anmache und so laut aufdrehe bis sie all meine Gefühle, all meine Gedanken aus meinem Kopf hinaus gedrängt hat und ich nur noch das Pochen meines Herzens im Rhythmus der Musik spüre.

Sagen, dass die Welt sich zu schnell dreht und mir manchmal ganz schwindelig davon wird. So schwindelig, dass mir beinahe schlecht ist und ich mich übergeben möchte.

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Scheitelpunkt

Das Leben ist zurzeit nicht gerade einfach, Herz und Hirn liefern sich einen erbitterten Kampf, von der frühen Morgenstunde bis tief in die Nacht. Ein Kampf, wie er epischer nicht sein könnte. Es ist einer jener Scheitelpunkte im Leben, bei denen man auf die vermeintlichen Scherben der eigenen Existenz blickt und orientierungslos, verloren und allein nach einem Fixpunkt am Horizont sucht. Nur es gibt keinen Fixpunkt. Kein Leuchtturm, der einem den Weg weist. Keine Stimme, die einen leitet. Nur Dunkelheit. Was soll ich sagen, das Leben, mein Leben, ist zurzeit nicht gerade einfach. Aber ist es das jemals?

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Zahnbürste

Ihre Zahnbürste lag noch immer genauso dort auf dem Waschbecken wie sie sie gelassen hatte, als sie gegangen war. Als sie mit Tränen in den Augen wortlos gegangen war, weil keine Worte dieser Welt in diesem Moment auch nur hätten annähernd skizzieren können, was nicht einmal richtig in ihrem Herzen klar war. Also ging sie, sagte kein Wort, weinte nicht und richtete kein Blick zurück an jenen Morgen, an dem sie ihre Zahnbürste links neben der Armatur liegen gelassen hatte. Read More

24. Juli

Den ganzen Tag trage ich schon dieses ungute Gefühl der Unruhe in mir herum. Als hätte sich etwas zwischen uns geändert und ich habe es einfach nicht mitbekommen. „Uns“ bedeutet dabei eher ‚du‘ und ‚ich‘. Denn wir haben uns noch nie gesehen. Wir kennen uns jetzt 10 Tage und haben uns noch nie gesehen. Read More

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