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Atemzug

Nur einen Wimpernschlag später waren alle Pläne und alle Visionen für die Zukunft zu einer unveränderlichen Vergangenheit geworden. Nur ein Atemzug hatte es gedauert als die Hoffnung in sich zusammensank und nichts als eine gähnende Leere hinterließ. Das Glück war einfach und rein und allgegenwertig. Jede Sekunde ein Geschenk. Ein kleines Geschenk, wieder und immer wieder. Vom ersten Sonnentrahl bis zum letzten Schimmern des Mondes. Ein Geschenk wie ein nie endendes Feuerwerk.

Und auf einmal war es vorbei. Vom Glück blieb nur eine Erinnerung und der Duft der sich in den Wochen und Monaten in jede Ecke gelegt hatte und in die winzigsten Nischen gekrochen war. Das Glück war fort, aber man konnte es noch riechen. Man konnte es noch spüren, wenn man tief und langsam einatmete. Nur das es diesmal wehtat. Ein kleines Stechen, nur ein winziges Stechen irgendwo im Brustkorb, kaum spürbar aber immerda und ohne unterlass pulsierend. Wie Nadelstiche so fein und wie die Liebe so dauerhaft.

Vom Glück blieb nur eine Ahnung. Von den Träumen nur Splitter.

Der schlimmste Schmerz ist nicht der Explodierende. Jener, der wie ein Ölfeuer schnell und heiß brennt. Schnell alles verschlingt und selbst mit Wasser nicht zu löschen ist. Jener, der soviel Hitze erzeugt, dass sonst nichts mehr von Bedeutung ist. Jener der explosionsartig kommt und geht. Der schlimmste Schmerz ist jener, der sich wie ein Schatten auf die Seele legt und nur ein stetig brennendes Gefühl hinterlässt. Keine Parade, die johlend durch die geschmückten Straßen zieht, sondern ein dumpfes Pochen im Hinterkopf, einen Tinnitus im Herzen.

[…unvollendet…]

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